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In unseren Atemsitzungen
machen wir mannigfaltige Erfahrungen.
Viele Erfahrungen können wir
klar aus unserem lebensgeschichtlichen Kontext erkennen und zuordnen.
Andere Erfahrungen nehmen langsam erkennbare Form und Gestalt an oder
tauchen allmählich aus unserem Leibgedächtnis auf, bleiben manchmal eine
Zeit lang Ahnungen, bis sie sich im Laufe unseres zunehmenden
therapeutischen Weges oder unseres Selbsterfahrungsprozesses verdichten
und klären. Andere Erfahrungen sind deutlich unserer Lebensgeschichte
zuzuordnen, zeigen aber gleichzeitig eine darüber hinausragende
Komponente von verschiedenartiger Qualität.
Wesentliches Charakteristikum
eines transpersonalen Bewusstseins ist die Präsenz, die Gegenwärtigkeit,
die bewusste Anwesenheit. Ein Zugang zum transpersonalen Bewusstsein
besteht darin, unsere Aufmerksamkeit von den Inhalten unseres Erlebens
abzuwenden und zu unserem inneren Gewahrsein hinzulenken. Dann lösen wir
uns von unserer üblichen Art unserer Wirklichkeitskonstruktion, unseren
Identifizierungen mit ihren Interpretationen und Konzepten. Wenn wir uns
unserem Gewahrsein zuwenden, spüren wir den inneren Raum unserer
Bewusstheit. Es ist der innere Platz, der alles beobachtet, der Zeuge
allen Geschehens. Es erscheint wie die Leinwand, auf der der Film des
Lebens spielt, die Bühne, auf der das Spiel unseres Erlebens erscheint.
Das transpersonale
Bewusstsein scheint eine gewisse Reinheit und Klarheit zu besitzen, eine
Art von Unberührtheit und Ursprünglichkeit. Diese Freiheit von jeder
diskreten Form erst ermöglicht wohl, dass jeder Inhalt unseres Erlebens
im Lichte der Bewusstheit auftauchen kann. Das Bewusstsein selbst
erscheint leer von jedem Einzelnen und offen, wie ein leerer Spiegel,
wie ein offenes Gefäß, das sich von den Erscheinungen und
Erlebnisqualitäten füllen lässt. Neben seiner Leere wird es weit,
unendlich weit, unbegrenzt weit und raumhaft erlebt, so dass es auch als
Bewusstseinsraum beschrieben werden kann. Dieser Bewusstseinsraum ruht
in sich selbst, er trägt in sich selbst Frieden und Stille. So wirkt er
zentriert, wie eine Art Mittelpunkt oder Nullpunkt für die Inhalte
unseres Erlebens.
Gleichzeitig wird das transpersonale Bewusstsein
transparent und durchlässig für energetische Empfindungen, Jenseitiges,
Höheres und Transzendentes. In seiner Offenheit erfährt es Verbundenheit
mit anderen Menschen und der Welt. In ihm haben wir das Gefühl, unserem
Wesen nahe zu sein und mit unserem Wesen verbunden zu sein. Der Grund
unserer Wahrnehmung und unseres Erlebens kann erfahren werden und
erscheint dann als Seinsgrund, als transzendenter Urgrund.
Das „Abenteuer der Selbst –
Entdeckung“ ist ein manchmal anstrengender, stürmischer, manchmal auch
leidvoller und oft ein freudvoller, beglückender Weg den wir gemeinsam
begonnen haben. Ein Weg der uns jeden Tag ein Stück weiter zu uns selbst
führt und uns jeden Tag ein Stück mehr an Lebendigkeit schenkt.
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