Integratives Atmen

 

Gedanken zur Integration


 

Dem Buddha zufolge besteht das menschliche Leben aus einer Abfolge von Prozessen dauernden Wandels:

Einem physischen und psychischen Prozess, einem Prozess der Erinnerung und des Erkennens, einem Prozess des Denkens und der Reaktion und einem Bewusstseinsprozess.

Diese sind dynamisch und ununterbrochen, und wir finden darin kein einziges Element, das man als unveränderliches Selbst bezeichnen könnte.
Wir selbst sind ein Prozess, der ohne jede Trennung in das Gewebe des Lebens eingewoben ist.

   Jack Kornfield

Der Weg der Integration ist ein vielschichtiger. Wir machen in unseren  Atemsitzungen mannigfaltige Erfahrungen.

Wir entdecken neue Aspekte unseres Seins und Daseins. Wir stoßen in neue Dimensionen unseres Bewusstseins vor, bekommen Einsichten, Ahnungen und Erkenntnisse. Wir beschäftigen uns intensiv mit den Fragen: „Wer bin ich?“ oder „Woher komme ich, wohin gehe ich?“
Unser alltäglicher Bewusstseinsrahmen erweitert sich und wir  überschreiten diesen und erleben die Transzendenz  (vertikale und horizontale Transzendenz - Sylvester Walch) dieser Erfahrung. Wir sind gefordert eine neue persönliche Kosmologie zu entwickeln, eine Vorstellung über die Menschheit, die Erde, die Natur, das All  – Eine, das Göttliche, mit dem wir verbunden sind. Wir öffnen oder durchschreiten das Tor zu spirituellen oder mystischen Erfahrungen.

In den Atemsitzungen kommen wir auch mit starken Energien in Kontakt, die ein großes Heilpotential in sich tragen – kosmische Energien, spirituelle Energien- oder wir erleben unsere unmittelbare schöpferische Lebenskraft. Wir entdecken Dimensionen von Liebe und Hingabe. Wir nehmen teil an einem großen Heilsritual  – indem wir uns auf vielen Ebenen in Richtung  Ganzwerden und Ganzheit hinbewegen.

Die Atemsitzung initiiert und fördert die Entwicklung eines „holotropen  Entwicklungsprozesses".

Somit erleben wir eine intensive „Entwicklung“ unserer selbst, eine manchmal stürmische Zeit der Selbst - Entdeckung, in der wir Schicht um Schicht um unser wahres Sein herum ent - wickeln, um den ursprünglichen Kern unserer selbst zu entdecken. Auf diesem Weg können wir lebendige Keimzellen freilegen, aus denen auf unserem Lebensbaum neue Knospen entstehen können. Manchmal müssen auch alte Schichten und dürre Äste absterben und abgeworfen werden. Alte Wunden können vernarben, unbrauchbare Wildtriebe können entfernt werden.

Bei unserem Integrations- und Wachstumsprozess brauchen wir Zeit, Sorgfalt, Bedachtsamkeit, Geduld, Hingabe und Muße, damit diese Dinge in Ruhe entstehen und wachsen können.

Die „Abenteuer der Selbst – Entdeckung“, die vielfältigen intensiven Erfahrungen der Atemsitzungen mit ihren unterschiedlichen Qualitäten, die vielfältigen spürbaren, merkbaren oder auch fast unmerklichen Transformationsprozesse müssen im Alltag auf ihre Bedeutung, ihre Wichtigkeit, ihren Platz, ihre Anwendbarkeit und Umsetzbarkeit überprüft werden.
So können sie ein lebendiger und lebbarer Teil von uns werden. 

Es ist ein manchmal anstrengender, stürmischer, manchmal auch leidvoller und oft ein freudvoller, beglückender Weg den wir  begonnen haben. Ein Weg der uns jeden Tag ein Stück weiter zu uns selbst führt und uns jeden Tag ein Stück mehr an Lebendigkeit  schenkt.

Wir hungern nach dem Göttlichen und nach einem inneren Durchbruch. Früher oder später wird er passieren. Wenn wir begreifen, dass wir zutiefst mit dem Ganzen und  mit allen anderen Wesen verbunden sind. Unser Getrennt Sein ist eine Illusion und der größte Irrtum unserer Zeit. Solange das menschliche Dasein als getrennt von der höchstens Wirklichkeit erfahren wird, plagen uns Zweifel, Unwissenheit, Illusion und Sinnlosigkeit.


In der regelmäßigen Meditation können wir uns dieser Erkenntnis annähern. Die Transformation die wir anstreben, wird niemals ausschließlich durch spirituelle Praxis erreicht. Es geht um mehr als um unsere eigenen Bemühungen, so heroisch sie auch sein mögen. Unsere Praxis soll im Alltag in einer liebevollen Präsenz und in einer ständigen Beziehung zu dieser Wirklichkeit ihre Fortsetzung finden. Sie führt in den Alltag und ins ganz gewöhnliche Leben.

Wir erreichen keine  Transformation durch das, was wir tun, sondern durch unser Einswerden mit der Quelle, aus der alles fließt.....

Mystische Erfahrungen weisen uns den Weg hin zur nächsten Entwicklungsstufe unseres Bewusstseins. ... Sie weisen uns  Wege, unsere Ich - Struktur zu transzendieren und unser menschliches Verhalten zu ändern. Die Erfahrung der Einheit besitzt eine transformierende Kraft, die unser menschliches Verhalten grundlegend verändert.

Willigis Jäger

   
 
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